Wettbewerb: Ehrenmal der Luftwaffe
Gastbeitrag
Errichtung eines Ehrenmals der Luftwaffe in der Otto-Lilienthal-Kaserne Roth.
Nicht-offener Planungswettbewerb für Architektur/Landschaftsarchitektur und Kunst.
Weitere Informationen und Bewerbung: https://www.phase1.de/projects_ehrenmal-lw_home.htm
Online Forum Bewerbungsphase: 28. Februar bis 24. März 2025
Bewerbungsschluss: 31. März 2025 14.00 Uhr MEZ
Das Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin und die drei Ehrenmale der Teilstreitkräfte in Fürstenfeldbruck, Koblenz und Laboe stehen als Orte des öffentlichen und individuellen Gedenkens für die Ehrung und Wertschätzung der Toten. Sie erinnern an die in der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommenen Angehörigen der Bundeswehr und sind Orte für zentrale Gedenkfeierlichkeiten, insbesondere am Volkstrauertag. Am Luftwaffenehrenmal am Standort Fürstenfeldbruck wurde ab 1966 zunächst den Opfern beider Weltkriege, sowie den Opfern der Luftfahrt gedacht und später um das Gedenken an die toten Kameradinnen und Kameraden der Luftstreitkräfte, die für die Erhaltung des Friedens ihr Leben in der Bundeswehr gelassen haben, erweitert.
Mit der Stationierungsentscheidung der Bundeswehr im Oktober 2011 wurde auch die Verlegung der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) vom Fliegerhorst Fürstenfeldbruck in die Otto-Lilienthal-Kaserne bei Roth festgelegt. In diesem Zusammenhang wurde entschieden, am neuen Standort auch ein neues Ehrenmal der Luftwaffe zu errichten, dessen Gestaltung Gegenstand des Wettbewerbs ist.
Mit der Errichtung des Ehrenmals der Luftwaffe am Standort Roth wird der bestehenden Tradition Rechnung getragen und auch künftig konsequent fortgeführt. Die inhaltlichen Bezüge zur Offizierschule und die unmittelbare Vermittlung der Traditionspflege und Erinnerungskultur in der Luftwaffe an den Offiziernachwuchs waren Gründe für die Entscheidung. Durch die Integration des Ehrenmals in den Campus der Offizierschule wird allen Lehrgangsteilnehmenden, aber auch den Besuchenden das Selbstverständnis im Umgang mit der Tradition und der eigenen Geschichte ständig in Erinnerung gerufen. Das Gedenken an die Gefallenen und Verstorbenen der Luftwaffe muss im Zuge der Traditionspflege der Luftwaffe nicht nur mahnendes, sondern in Zukunft mehr ehrendes Gedenken sein.
Hierzu ist ein ehrendes Gedenken an die Angehörigen der Luftwaffe zu ermöglichen, die in Ausübung ihres Dienstes für die freiheitlich demokratischen Werte und das Recht des deutschen Volkes im Einsatz oder in Ausübung ihres täglichen Dienstes ihr Leben ließen.
Als mahnendes Gedenken wird auch weiterhin der Opfer der Weltkriege und der Luftfahrt gedacht.
Durch sein Narrativ und die künstlerische Gestalt soll sich das zukünftige Ehrenmal mit diesen Perspektiven und dem konkreten Standort auseinandersetzen, einen bedeutsamen Akzent im Alltag des Standorts setzen und einen würdigen Ort für Veranstaltungen und individuelles Erinnern schaffen.
Das Bauvorhaben soll schnellstmöglich fertiggestellt werden. Für die Realisierung des Ehrenmals inklusive ggf. erforderlicher Gutachten wird ein Budget in Höhe von bis zu 4,0 Mio. Euro (brutto) für KG 200 bis 600 (DIN 276) bereitgestellt. In diesem Budget enthalten sind im Regelfall alle Honorarkosten für immaterielle, künstlerische Leistungen zur vollständigen Realisierung des Ehrenmals gemäß der im Wettbewerb einzureichenden Kostenangabe, sowie für Herstellung künstlerischer Objekte/künstlerisch hergestellter Bauteile, d.h. Material-, je nach baulicher Typologie Bau- bzw. Herstellungs- und Transportkosten, ggf. erforderliche Planungs- und Bauleistungen Dritter, ggf. Kosten für bautechnische Nachweise, für die fachliche und künstlerische Oberleitung.
Verfahren
Die Beschafferin führt hierfür einen Planungswettbewerb gemäß Vergabeverordnung (VgV) § 69ff bzw. einen nichtoffenen interdisziplinären Planungswettbewerb für Architektur/Landschaftsarchitektur und Kunst mit vorgeschaltetem, offenem Teilnahmewettbewerb gemäß „Richtlinie für Planungswettbewerbe 2013“ (RPW 2013) § 3 Abs. 3 durch. Die Aufgabe stellt hohe Anforderungen an die gestalterische und künstlerische Qualität. Das Ziel ist eine integrativ entwickelte Lösung, weshalb das Verfahren für interdisziplinäre Teams aus Objektplanung (Architektur und/oder Landschaftsarchitektur) und Kunst ausgelobt wird. Der Wettbewerb richtet sich daher an professionelle Bildende Künstlerinnen, Künstler oder Künstlergruppen im Team mit Architektinnen bzw. Architekten und/oder Landschaftsarchitektinnen bzw. Landschaftsarchitekten und findet anonym statt.
Die Namen der Teilnehmenden werden den Mitgliedern des Preisgerichts erst nach Abschluss der Entscheidung des Preisgerichts bekannt gemacht. Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Der Wettbewerb wird in Abstimmung mit dem BBK Landesverband Bayern e.V. und der Bayerischen Architektenkammer durchgeführt.
In einem ersten Schritt wählt die Beschafferin über ein offenes Verfahren nach § 71 Abs. 3 VgV i. V. m. § 3 Abs. 3 RPW 2013 (Teilnahmewettbewerb) insgesamt 10 bis 12 Teilnehmende für den Realisierungswettbewerb aus (siehe 5.1.9). Die Kriterien für die Auswahl der Teilnehmenden sind in Anlage 1 zur Wettbewerbsbekanntmachung (unter Nr. 3) und in der Matrix in Anlage 3 erläutert, beide erhältlich unter www.phase1.de/ehrenmal-lw.
Hier wählt die Beschafferin die besten 10 Bewerber/innen als Teilnehmende für den Wettbewerb aus. Sie wird bis zu 2 weitere Bewerber/innen auswählen, sofern deren Punktabstand zum/zur Bewerber/in auf Platz 10 nicht größer als 20 von maximal 180 Punkten ist.
Nach Auswahl der Teilnehmenden wird die Beschafferin diese auffordern, die Wettbewerbsaufgabe zu bearbeiten. Aus dem Kreis der Teilnehmenden wählt das Preisgericht die Preisträger/innen aus. Die Auswahl des Preisgerichts richtet sich jeweils nach den unter 4. in Anlage 1 zur Wettbewerbsbekanntmachung angegebenen Kriterien für die Bewertung der Projekte im Wettbewerb, erhältlich unter www.phase1.de/ehrenmal-lw.
Die Beschafferin wird mit den Preisträger/innen des Wettbewerbs für die Vergabe des Auftrags in ein Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb eintreten. Hier prüft sie zunächst die Eignung der Preisträger/innen nach den unter 3.1 und 5.3 in der Anlage 1 zur Wettbewerbsbekanntmachung vorgesehenen Kriterien. Die Preisträger/innen müssen dazu, nach gesonderter Aufforderung, die dort aufgelisteten Unterlagen einreichen.
Mit allen geeigneten Preisträgern/innen tritt die Beschafferin sodann in Verhandlungen ein und fordert sie nach einer indikativen Angebotsphase zur Abgabe eines letztverbindlichen Angebots auf. Bei der Angebotswertung wird die Auftraggeberin die Platzierung im Wettbewerb angemessen berücksichtigen. Nähere Informationen hierzu siehe Anlage 1 zur Wettbewerbsbekanntmachung , erhältlich unter www.phase1.de/ehrenmal-lw.
Preis
Wert des Preises: 110,000 Euro
Platzierung des Preisempfängers in der Rangliste: 0
Zusätzliche Informationen: Die Ausloberin stellt für Aufwandsentschädigungen und Preise insgesamt 110.000 Euro (netto) zur Verfügung. Diese Wettbewerbssumme ist anhand internationaler Standards, vor dem Hintergrund der Größe und Komplexität des Projekts sowie der Anforderungen des Wettbewerbs ermittelt worden. Unter allen Teilnehmenden, die eine prüffähige Arbeit entsprechend der geforderten Wettbewerbsleistungen abgeben, wird eine Gesamtsumme von 75.000 Euro (netto) in gleichen Anteilen als eine pauschale Aufwandsentschädigung ausgezahlt, bei 12 Teilnehmenden also je 6.250 Euro (netto). Für Preise wird zusätzlich eine Preissumme von 35.000 Euro (netto) ausgeschüttet; vorgesehen ist folgende Verteilung der Preise: 1. Preis: 14.000 Euro, 2. Preis: 9.000 Euro, 3. Preis: 5.000 Euro, Anerkennungen 7.000 Euro.
Termine
Online Forum Bewerbungsphase 28. Februar bis 24. März 2025
Bewerbungsschluss: 31. März 2025 14.00 Uhr MEZ
Bearbeitungszeitraum: voraussichtlich Mai - Juli 2025 (ca. 12 Wochen)
Teilnehmendenkolloquium: voraussichtlich KW19 in 2025
Weitere Informationen und Bewerbung: https://www.phase1.de/projects_ehrenmal-lw_home.htm